Der Vorstand der RWE AG im Gespräch

„Wir stehen für sauberen, sicheren und bezahlbaren Strom“

Der Vorstand der RWE AG, CEO Rolf Martin Schmitz (rechts) und CFO Markus Krebber, über die neue RWE, ihren Beitrag zur Energiewende und das, was das Unternehmen zusammenhält.

Was zeichnet die neue RWE aus?

Schmitz: In einem Satz? Frisch, flexibel und nachhaltig. Die RWE ist international und im Bereich der Erneuerbaren Energien voll auf Wachstum ausgerichtet. Und ganz wichtig: Sie hat ein ganz klares CO₂‑Minderungsziel.

Das ist aber mehr als ein Satz …

Schmitz: Stimmt, aber so ist die neue RWE. Wir sind ein neues Unternehmen. Wir starten als einer der globalen Marktführer für Erneuerbare Energien. Und wir haben ein Ziel: 2040 sind wir klimaneutral. Gleichzeitig vergessen wir unsere Wurzeln nicht. Wir stehen für sauberen, sicheren und bezahlbaren Strom. Anders ausgedrückt: Unser Produkt bleibt dasselbe, aber die Produktion erfolgt mehr und mehr CO₂-frei. Das ist gut so, denn Strom wird für ein nachhaltiges Leben auf der Welt gebraucht.

Die Transaktion mit E.ON wird jetzt vollzogen. Sind Sie startklar?

Krebber: Ja – und das auf allen Ebenen. In den letzten 18 Monaten haben wir uns vorbereitet. Intern hat die neue RWE längst Fahrt aufgenommen und wir sind strategisch und personell startklar. Jetzt freuen wir uns auf die Zusammenarbeit mit den neuen Kolleginnen und Kollegen und darauf, dass es jetzt endlich losgeht. Wir haben über neun Gigawatt (GW) Erneuerbare Energien. Weitere 2,6 GW sind aktuell im Bau und wir wollen, dass das Portfolio ganz konsequent und werthaltig wächst. Und zwar bei Wind – an Land und auf See –, bei Photovoltaik und auch bei Speichern. Darauf setzt die neue RWE.

Wird es durch die Integration einen Mehrwert geben?

Schmitz: Die beiden Teile des Erneuerbaren- Geschäfts, die wir von E.ON und innogy übernehmen, ergänzen sich hervorragend. Das gilt sowohl regional wie technologisch. Aber es gibt noch einen ganz anderen wichtigen Punkt. Mit unserem Handelshaus, der RWE Supply & Trading, verfügen wir über eine hervorragende Plattform zur Vermarktung der Erneuerbaren-Produktion. Die RWE Supply & Trading bietet unseren großen industriellen Kunden maßgeschneiderte Lösungen. Dabei spielen die Erneuerbaren eine immer größere Rolle. Und natürlich haben wir mit unserer Kenntnis der internationalen Märkte und mit unseren Büros in vielen Teilen der Welt, z. B. in Asien, ein echtes Pfund zu bieten.

Ist RWE für den neuen Wachstumskurs gerüstet?

Krebber: Absolut. Was unsere zukünftigen Wachstumsambitionen angeht, sind wir gut vorbereitet. Finanziell ist RWE robust aufgestellt. Zukünftig kommen rund 60 Prozent unseres Ergebnisses aus dem Geschäft mit Erneuerbaren Energien. Wir wollen so ein wichtiger Wachstumsmotor für die Energiewelt von morgen sein. Jedes Jahr stehen dafür mindestens 1,5 Milliarden Euro netto für Investitionen bereit. Zusammen mit Partnern kann unser Investitionsrahmen auch deutlich größer werden.

Welche Rolle spielen Innovationen und neue Technologien für die neue RWE?

Schmitz: Eine ganz zentrale. Das ist in unserem Konzern nicht neu. Wir sind ein stark technisch geprägtes Unternehmen, wollen hier immer an der Spitze der Bewegung stehen. Die heutigen Technologien – erneuerbare genauso wie konventionelle Anlagen – müssen dafür immer effizienter und kostengünstiger produzieren. Und gleichzeitig müssen neue Technologien marktfähig gemacht werden. Das gilt vor allem für Speicher-, Power-to-X- oder Wasserstofftechnologien. Unser Produkt Strom ist die wichtigste Innovations- und Modernisierungsenergie unserer Zeit. Elektrifizierung und Digitalisierung dringen immer stärker in alle Bereiche des Lebens vor und setzen viele Branchen sozusagen „unter Strom“. Egal, ob industrielle Fertigungsprozesse, Kommunikation oder Verkehr: Alles braucht Strom und zwar sauber, sicher und bezahlbar.

Welchen Beitrag leistet die neue RWE für das Erreichen der Klimaziele?

Schmitz: Wir stehen zu den internationalen und nationalen Klimaschutzzielen und haben uns mit anderen Energieunternehmen schon vor Jahren zur Klimaneutralität bis 2050 verpflichtet.

Krebber: Und jetzt gehen wir darüber noch hinaus: CO₂-neutral bis 2040. Das ist unser erklärtes Ziel. Der Ausstiegspfad aus der Kohle ist vorgezeichnet und natürlich werden wir auch keine Investitionen in neue Kohlekraftwerke mehr tätigen.

Aber RWE kommt auch von einem sehr hohen Emissionsniveau …

Schmitz: Das stimmt, aber wir reden nicht nur, wir handeln. Wir bauen die Erneuerbaren sowie die Speicher aus und reduzieren die Kohleverstromung schrittweise. Von 2012 bis 2018 haben wir unseren Treibhausgas-Ausstoß um gut 60 Millionen Tonnen CO₂ reduziert. Das ist ein Rückgang von rund einem Drittel und entspricht dem Kohlendioxid-Ausstoß von 30 Millionen Autos pro Jahr. Ich kenne kein anderes Unternehmen, das in den letzten Jahren mehr erreicht hat. Unser Portfolio ist heute schon zu rund 60 Prozent CO₂-arm. Diesen Weg setzen wir fort.

Was sagen Sie zu den Forderungen, Deutschland solle früher als geplant aus der Kohleverstromung aussteigen?

Schmitz:Es ist gut, dass sich viele Menschen – und insbesondere die junge Generation – mit dem Thema Energiewende und Nachhaltigkeit beschäftigen. Und den gesellschaftlichen Konsens, aus der Kohle auszusteigen, akzeptieren wir. Aber hier helfen keine Maximalforderungen, denn aus Gründen der Versorgungssicherheit wird Deutschland noch viele Jahre Kohlekraftwerke brauchen.

Krebber: Und man sollte nicht vergessen, dass die Geschwindigkeit des Ausstiegs auch davon abhängt, wie konsequent der Ausbau der Erneuerbaren, der Speicher und der Netze vorankommt. Denn je schneller das geht, umso eher können wir auf Kohlekraftwerke verzichten. Abschalten alleine reicht eben nicht.

Und wann genau wird das letzte RWE-Kohlekraftwerk abgeschaltet?

Schmitz:Es gibt einen breiten Konsens aus der Strukturwandelkommission. Spätestens 2038 soll Schluss sein. Das muss jetzt auf den Weg gebracht werden. Aber statt sich heute über das genaue Datum zu streiten, ist es doch viel wichtiger, wie dieser Prozess gestaltet wird. Wir stehen zu unserer Verantwortung als zuverlässiger Arbeitgeber und Partner der Region. Und wir werden alles dafür tun, das ohne Brüche umzusetzen. Das, was man begonnen hat, muss man auch verlässlich zu Ende bringen. Das gilt übrigens für Kohle und Kernenergie. Damit das gelingt, brauchen Unternehmen vor allem eines: Planungssicherheit.

Was bedeutet der Wandel von RWE für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?

Krebber: Wandel gehört zur Geschichte von RWE. Er ist Voraussetzung, um zukunftsfähig zu bleiben. Was unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auszeichnet, ist, Herausforderungen anzupacken. Das tun sie entlang unseres Wertekanons: Trust, Passion and Performance. Unsere Unternehmenskultur lässt Freiraum für kreative Ideen und wir haben Lust auf das Neue. Wir freuen uns auf die rund 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die jetzt von E.ON und innogy zu uns kommen. Sie werden unser Unternehmen noch internationaler, bunter und vielfältiger machen.

Wie gelingt es denn, die Beschäftigten bei so großen Veränderungen mitzunehmen?

Schmitz: Mit Offenheit, Fairness und vor allem mit Respekt. Die einzelnen Unternehmensteile haben jeweils ihre eigene Kultur und das ist gut so. Das Fundament für das Zusammenspiel im Konzern ist aber der große Respekt vor der Leistung des anderen.

Spüren Sie schon so etwas wie Aufbruchstimmung?

Schmitz: Absolut. Die Energiewende stellt uns vor besondere Herausforderungen und der beste Weg, damit umzugehen, ist: Ärmel hochkrempeln und loslegen. Die Menschen bei RWE wollen die Transformation gestalten – im Unternehmen, auf den Märkten und in der Gesellschaft.

Also wird es für Sie und Ihre Beschäftigten nicht langweilig?

Krebber:(lacht) Davon können Sie ausgehen …

Schmitz: … bei RWE ist es seit über 120 Jahren spannend. Das bleibt so.

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  • „Wir haben ein Ziel: 2040
    klimaneutral zu sein“

    Rolf Martin Schmitz (CEO)

  • „Zukünftig kommen rund 60 Prozent unseres Ergebnisses aus dem Geschäft mit Erneuerbaren Energien.“

    Markus Krebber (CFO)

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